Januar 22

Magnesium

Was sind die Ursachen für einen Magnesium-Mangel?

Oha, da gibt es vielfältige Ursachen. Zum Beispiel die durch konventionelle Landwirtschaft ausgelaugten Böden. Kommt dann noch Kunstdünger dazu, nehmen die Pflanzen kaum Magnesium (und andere Nährstoffe) auf. Bekanntes anderes Beispiel ist Selen. Seit der letzten Eiszeit und der damit verbundenen geologischen Ereignisse ist unsere Region Selenmangelgebiet.

Verarbeitete Nahrungsmittel sind oft arm an Magnesium. Beispiel: Weizen. Ist der Weizen auf ausgelaugten Böden gewachsen, ist er bereits nährstoffarm. Wird nun noch die ansonsten nährstoffreiche Hülle und der Keimling entfernt (Weißmehl), bleibt nur mehr nährstoffarme Stärke übrig.

Aber auch, wenn wir zu Hause Kochen und Braten, senken wir dadurch den Magnesiumgehalt der Nahrung um bis zu 40 %.

Fehlen die für die Resorption nötigen Begleitstoffe, kann Magnesium nicht ausreichend vom Körper aufgenommen werden. Dann kannst Du zwar Magnesium in großen Mengen einnehmen, aber daraus entsteht dann ein etwas teurer Urin. Solche wichtigen Begleitstoffe sind die Vitamine B6, B1 und E sowie Selen und Zink. Selen ist ja ebenfalls am Schilddrüsenstoffwechsel beteiligt, für uns Hashimoto-Patientinnen also enorm wichtig.

Ein Magensäuremangel, der zum Beispiel durch Säureblocker ausgelöst wird, führt dazu, dass weniger Magnesium aus der Nahrung herausgelöst werden kann.

Bestimmte, weit verbreitete Medikamente sind sogenannte Nährstoffräuber. Für ihren Abbau in Leber & Co. Wird Magnesium benötigt, das dann an anderer Stelle im Stoffwechsel fehlt. Solche Medikamente sind hormonelle Verhütungsmittel, Insulin (Diabetiker haben dadurch einen erhöhten Magnesium-Bedarf), Diuretika, Cortison, Abführmittel.

Die Resorption von Magnesium wird auch gestört, wenn Calcium im Überfluss vorhanden ist. Ein Calciumüberschuss entsteht oft durch falsche Ernährung. Das optimale Verhältnis von Calcium zu Magnesium ist 2:1. Durch konventionelle Ernährung liegt das Verhältnis mitunter bei 300:1.

Eine gestörte Darmflora, zusätzlich auch noch ein Pilzbefall, hemmen die Magnesium-Aufnahme im Darm.

Schwarzer und grüner Tee binden Magnesium. Auch kohlensäurehaltige Softdrinks binden den Nährstoff.

Zuletzt sei noch einer der größten Nährstoffräuber genannt: Stress.

Wie hoch ist der tägliche Bedarf?

Ein gesunder Mensch benötigt ca. 400 mg Magnesium am Tag. Individuell ist der Bedarf sehr unterschiedlich. Du kannst Dich an die nötige Dosis heranschleichen.

Welches Präparat soll ich nehmen?

Das kommt auf die gewünschte Wirkung an. Einige der Präparate sind wirksamer als andere. Und alle haben hilfreiche und manchmal auch störende Nebenwirkungen.

Am besten verstoffwechselt wird Magnesiumoxid. Dies ist gleichzeitig ein Cholesterinsenker, wirkt leicht abführend und gegen Sodbrennen.

Gut verstoffwechselt wird Magnesiumchlorid. Es wirkt gegen Verstopfung und löst beginnende Nierensteine, den Nierengries, auf. Äußerlich angewendet mildert Magnesiumchlorid zum Beispiel rissige Haut.

Günstig in der Wirksamkeit sind darüber hinaus Magnesiumchelate bzw. Magnesium(bis)glycinat. Sie sorgen nebenbei für einen besseren Schlaf und haben kaum Einfluss auf die Darmtätigkeit. Sie sind also gut verträglich und sorgen kaum für Durchfall.

Magnesiumorotat kurbelt den Herz-Kreislauf an.

Magnesiumsulfat ist als Bittersalz bekannt und wirkt als Abführmittel.

Magnesiummalat muntert auf und mildert Schmerzen.

Wer auf pflanzliche Quellen Wert legt, kann mit Kapseln mit Meerlattich-Extrakt seinen Magnesiumbedarf decken.

Generell wirkt Magnesium entzündungshemmend und regulierend auf den Blutkreislauf.

Wie nehme ich Magnesium zu mir?

Du kannst Magnesium-reiche Lebensmittel essen. Ganz vorn dabei sind Nüsse und Samen. Also Kürbiskerne, Mohn, Sonnenblumenkerne, Mandeln. Bestimmte Getreidesorten wie Hafer, Dinkel, Hirse und Vollkornreis sind in Sachen Magnesium empfehlenswert. Grünes Blattgemüse, aber auch Hülsenfrüchte (wenn Du sie verträgst), Kakao und Ingwer haben signifikante Gehalte an Magnesium. Achte hierbei auf eine vielfältige, also abwechslungsreiche Ernährung in möglichst ursprünglicher Form (Rohkost).

Sollte dies nicht ausreichen, kannst Du einen erhöhten Magnesiumbedarf über Nahrungsergänzungsmittel decken. Wähle aus den oben genannten Präparaten ein für dich passendes aus. Beginne mit einer kleinen Dosis und steigere ganz langsam. Bei höheren Dosen teilst Du die Einnahme auf mehrere Male auf, denn der Körper kann nur wenig Magnesium auf einmal aufnehmen. Der Rest wird ausgespült. Du hast die für dich gültige Maximaldosis erreicht, wenn Du weichen oder durchfallartigen Stuhlgang hast. In diesem Fall verringerst Du die Dosis soweit, bis der Stuhl wieder fester ist. Bei dieser Dosis bleibst Du dann.

Achte darauf, dass gleichzeitig gegessene oder getrunkene Milchprodukte die Magnesiumaufnahme hemmen können.

Besser wird Magnesium aufgenommen, wenn gleichzeitig Kalium aufgenommen wird. Dafür benötigst Du kein weiteres Präparat. Kalium ist ebenfalls in grünem Blattgemüse, Nüssen und Samen enthalten. Ein weiterer guter Grund, Salat & Co zu essen.

Ideal ist es, wenn das Magnesium am Abend eingenommen wird. Dann wirkt es auch auf die Schlafqualität. Besser als auf leeren Magen wird das Magnesium nach einer fettarmen, leichten Mahlzeit vertragen.


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