März 10

Das Autoimmunprotokoll (AIP)

… wie Autoimmunerkrankte und von chronischen Entzündungen Betroffene wieder in ein leichtes Leben finden können…

Weltweit leiden ca. 5-8% der Bevölkerung an sage und schreibe mittlerweile 80-100 bekannten verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Die bekanntesten darunter sind zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 1, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Hashimoto-Thyreoiditis oder rheumatoider Arthritis. Die Zahl der Betroffenen wächst stetig. Nach Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen bilden sie mittlerweile die dritthäufigste Erkrankungsgruppe.

Autoimmunerkrankungen wenden sich gegen unser Immunsystem, das uns vor eindringenden Mikroorganismen schützen soll. Es greift unsere Proteine, Zellen und Gewebe an. Bei Hashimoto ist zum Beispiel die Schilddrüse betroffen, bei rheumatoider Arthritis wird das Gelenksgewebe und bei Psoriasis werden Proteine in den Zellschichten der Haut angegriffen. So hat jede Erkrankungsart auch ihre eigenen Symptome. Ausschlaggebend für deren Intensität ist in der Regel eine geschädigte Darmbarriere. Als zusätzliche Auslöser wirken unterschiedlichste Umweltfaktoren. Man nennt sie auch Trigger.

Das Risiko an einer Autoimmunerkrankung zu leiden, ist zu einem genetisch veranlagt. Die anderen Faktoren hängen mit unserer Umgebung, der Ernährung und unserem Lebensstil zusammen. Experten stellen Autoimmunerkrankungen mittlerweile in dieselbe Klasse von ernährungs- und lebensstilbedingten Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit Sie sind also direkt mit unseren Ernährungsgewohnheiten und der Art und Weise, wie wir unser Leben zu leben, verbunden.

Und das bedeutet, dass wir sie auch auf diesen Ebenen handhaben und heilen können.

Was AIP ist

Der Begriff Autoimmunprotokoll, kurz AIP genannt, stammt aus der englischen Bezeichnung „Paleo Autoimmune Protocol“. Dabei ist »Protocol« im Sinne eines Ernährungsplanes zu verstehen.

Die Biomedizinerin Dr. Ballantyne entwickelte das AIP aus dem Paleo Ansatz speziell für Menschen mit Autoimmunerkrankungen als zeitlich begrenzte Ernährungstherapie. Dabei beschränkt sich nicht nur auf die Lebensmittel, die in der Paleo-Diät erlaubt sind, sondern eliminiert auch weitere potenziell entzündungsfördernde Nahrungsmittel, die Autoimmunerkrankungen verschlimmern können.

Gleichfalls wichtige Immunmodulatoren sind ausreichend Schlaf, Stressbewältigung und Aktivität und gehören ebenso zum AIP.

So konzentriert sich das AIP Konzept zum einen darauf, den Körper mit den Nährstoffen zu versorgen, die für die Immunregulierung, Darmgesundheit, Hormonregulierung und Gewebeheilung erforderlich sind. Zum anderen werden entzündliche Reize aus der Ernährung entfernt.

Auch als Eliminierungsdiät bezeichnet, wird sie in zwei Phasen durchgeführt.

Die Eliminationsphase: Darm und Immunsystem regenerieren sich.

Weil die Ausprägung von Autoimmunerkrankungen eng mit gesundheitlichen Störungen des Darms verbunden ist, richten wir unser Augenmerk auf die Regeneration des Magen-Darm-Trakts. Die empfohlenen AIP Lebensmittel unterstützen das Wachstum eines gesunden Niveaus und einer gesunden Vielfalt unserer Darmmikroorganismen. Gleichzeitig dienen sie der Wiederherstellung der Darmbarrierefunktion und fördern ihre Heilung.

Alle Lebensmittel, Lebensmittelzusatzstoffe, raffinierte Nahrungsmittel, die unseren Körper schädigen und entzündlich wirken können, werden vermieden. Auch auf alle Nachtschattengewächse, Eier, Nüsse und Samen wird verzichtet.

Unser Körper benötigt eine Reihe von Vitaminen, Mineralien, Antioxidantien, essentiellen Fettsäuren und Aminosäuren, um normal zu funktionieren. Deshalb unterstützen die nährstoffreichsten verfügbaren Lebensmittel unser Immunsystem, das Hormon- und Entgiftungssystems sowie die Neurotransmitterproduktion. Die nährstoffreiche Ernährung liefert uns außerdem die Bausteine, die der Körper zur Heilung des geschädigten Gewebes braucht.

Mit der größtmöglichen Nährstoffdichte liefert Fleisch hier die einzigen Eiweißquelle. Damit wird Vegetariern und Veganern von dieser speziellen Diätform abgeraten.

Unser Körper braucht Zeit, sich zu entgiften und sich von den negativen Auswirkungen auf seine Gesundheit zu erholen. In dieser Phase solltest du dich streng daranhalten und nur die Lebensmittel zu dir nehmen, die das AIP – Protokoll vorgibt.

Was darf gegessen werden

  • Rotes Fleisch, wie Geflügel, Innereien, Amphibien/Reptilien, Fisch, Schalentiere
  • Blatt und Salatgemüse , Wurzel-, Knollen- und Zwiebelgemüse und Gemüse, das eigentlich Früchte sind
  • Zwiebelgewächse
  • Obst
  • Probiotische Kost
  • Gute Fette
  • Kräuter und Gewürze • Getränke
  • Pilze
  • sowie Aromastoffe, Binde- und Gärmittel

Alles andere kannst Du erst mal für die nächsten 3 Monate von deiner Einkaufsliste streichen.

Die Wiedereinführungsphase: Ein persönlicher Ernährungsplan entsteht.

Jetzt wird es spannend, denn in der Wiedereinführungsphase findest du heraus, was du nicht verträgst. Dieser individuelle Prozess kann je nach Umfang von Unverträglichkeiten und Symptomen bis zu einem Jahr dauern.

Aller 5 bis 7 Tage kannst Du ein Lebensmittel wieder einführen und die auftretenden Reaktionen deines Körpers überwachen. Beginne mit den Lebensmitteln, die für dich am verträglichsten sind, Es ist am besten, auch während dieses Prozesses ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen.

So kannst du nacheinander Nahrungsmittel für Nahrungsmittel systematisch und stufenweise wieder einführen.

Alle getesteten Lebensmittel ohne erkennbare Reaktionen können dann dauerhaft auf deinen Speiseplan zurückkehren. Nahrungsmittel, die du weiterhin nicht verträgst, also deine ganz persönlichen Triggerlebensmittel, gilt es zunächst konsequent zu meiden. Eine erfolgreiche Wiedereinführung ist zu einem späteren Zeitpunkt aber nicht gänzlich ausgeschlossen.

Was es zu beachten gibt

Das Autoimmunprotokoll ist eine anspruchsvolle, langwierige Diät, die eine hohe Disziplin, gründliche Planung und Durchstehvermögen erfordert. Viele Nahrungsmittelgruppen werden eliminiert, so dass Abwechslungsreichtum und auch Kreativität gefordert sind, um Mangelerscheinungen auszuschließen.

Der Körper wird aus seiner gewohnten Nahrungsaufnahme herausgerissen und muss sich über Monate intensiven Entgiftungs- und Regenerationsprozessen stellen. Das ist für ihn im wahrsten Sinne Leistungssport und zwingt dich somit zu einer angemessenen Lebensweise mit ausreichendem Schlaf, Bewegung und stressreduzierender Work -Life Balance.

Wenn du dich für das AIP entscheidest, solltest du dir vorab genügend Infos einholen und mit einem Arzt oder Ernährungsberater zusammenarbeiten. Gern biete ich dir ein kostenloses Beratungsgespräch an.

Fazit

Das wissenschaftlich fundierte AIP ist eine personalisierte Ernährungs- und Lebensstilintervention vor allem für Autoimmunerkrankte und von chronischen Entzündungen Betroffene. Der Körper wird entgiftet, die zugrunde liegenden Entzündungen reduziert und Symptome gelindert.

Gleichzeitig werden individuelle Unverträglichkeiten lokalisiert und du findest zu einem ganz persönlichen, nachhaltig gesunden und ausgewogenen Ernährungsplan. So kannst du auf natürliche Weise dein immunologisches Gleichgewicht wiederaufbauen, deine Gesundheitssituation bessern und mit mehr Leichtigkeit und Freude durchs Leben gehen.

Empfehlung

Welche weiteren Konzepte es zu entzündungshemmender Ernährung gibt und wie du sie stressfrei umsetzen kannst, erläutere ich in meinem nächsten Webseminar. Hier warten auch Checklisten, Einkaufshilfen, Beispielrezepte und ein neues E-Book.

Buchung sind hier möglich: https://peggywolf.de/workshop-ernaehrung-bei-hashimoto/


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